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Biography

Leyla Cansız wurde 1958 in Bayburt im Nordosten der Türkei geboren. Im Alter von sechs Jahren zog sie mit ihrer Familie in das damals florierende Künstler- und Kreativviertel „Beyoğlu“ in Istanbul, wo Sie bis zum Alter von 14 Jahren lebte. 1972 zog die Familie nach Deutschland. Auch hier gestaltete Sie als Schülerin und Heranwachsende im Alter von 16 Jahren unter anderem die Inneneinrichtung des dortigen Jugendzentrums. Ihre frühen Arbeiten bestanden überwiegend aus Zeichnungen und Malerei.

Nach ihrem Schulabschluss wurde Leyla Cansız 1976 an der Kunsthochschule in Münster aufgenommen, entschied sich jedoch, mehr Zeit mit ihrer jungen Familie zu verbringen und weiterhin autodidaktisch zu arbeiten. Sie betrieb Ateliers in Siegen und im Emsland (Malerei und Keramik), verkaufte an Galerien in der Region und beteiligte sich zudem am Antiquitätenhandel ihres Lebenspartners. Leyla Cansız nahm hauptsächlich mit Gemälden, Miniaturen und Keramikkunst an Kunsthandwerkermärkten teil.

1984 eröffnete sie das Mode- und Designstudio „Lean Creation“ in Lingen (Ems), das sie bis 1990 leitete. In dieser Zeit nahm sie an Kunstmärkten und Messen wie der “Kreativa” in Dortmund, der “Offline” in Hamburg und Berlin sowie weiteren Messen in Städten wie Köln und Essen teil. 1995 wurde sie Mitglied im Meppener Kunstkreis (‚Koppelschleuse‘) und nahm an Workshops und Symposien zu Bildhauerei und Keramik teil und beteiligte sich an Einzel- und Gruppenausstellungen.
1998 nahm sie an einer „Land Art Veranstaltung“ des Kunstkreises Meppen teil und schuf in diesem Rahmen eine Waldfigur aus Blättern. Darüber hinaus arbeitete sie im Kunstkreis mit den russischen Bildhauern Roman Manevitch und Yuri Platon in den Bereichen Bildhauerei und skulpturale Gestaltung zusammen.
Leyla Cansiz stellte im Emsland zu verschiedenen Anlässen aus, z. B. in der Stadthalle Meppen (1999), zur Neueröffnung der Gutsschänke Holsterfeld (1997), im Kunstkreis Meppen (1995–2000) sowie in verschiedenen privaten Räumlichkeiten. Seit 1998 war sie zudem als Designerin in verschiedenen Projekten in der Textilproduktion der türkischen „Akkanat Holding“ tätig. Im Jahr 2000 zog sie mit ihrer Familie zurück ins Münsterland und ging dort ihrer autodidaktischen Tätigkeit in ihrem eigenen Atelier der Künstlergemeinschaft „Hawerkamp Münster“ nach (1999 – 2005).

Von 2003 bis 2006 war sie Gesellschafterin und Geschäftsführerin der „Mödden Glasgestaltung“ GmbH in Haselünne/Emsland, die sich auf die Herstellung maßgeschneiderter Designkonzepte und Kunstobjekte aus Glas und Stein spezialisierte. Viele Arbeiten der Innenarchitektur, des Designs und der Dekoration z.B. auf der Yacht des jordanischen Königs Abdullah II, in Hotels und Banken des Landkreises tragen ihre Handschrift (u.a. Schloss Kampmann, Gödiker/Meppen, Schlosshotel/Haselünne, Märchenwald/Lingen, Sparkasse/Lingen, Berentzen Brauerei/Haselünne). Ihre Arbeit in der Glasgestaltung ermöglichte es ihr, Bildhauerei, Malerei und Glasgestaltung kreativ und innovativ zu etwas Neuem zu verbinden. Es entstanden Arbeiten in den Kombinationen Stein-Glas-Licht-Malerei und Wasser.

Im Jahr 2003 stellte Leyla Cansız einige dieser Arbeiten in der Zweigbibliothek Medizin der ULB Münster anlässlich des 10-jährigen Bibliotheksjubiläums gemeinsam mit den Künstlern Martin Mödden und Helmut Ebert aus.
Im Auftrag der Medien- und Kommunikationsabteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin konzipierte Sie 2007 einen „Medienpreis“ für die interne Präsentation an den Botschaften. Im selben Jahr erhielt Sie vom Regionalrat von Kaş/Antalya (Türkei) den Auftrag für die Gestaltung und den Bau eines Brunnens und engagierte sich seitdem in verschiedenen internationalen Kunstprojekten in der Türkei, darunter auch im Künstlerdorfprojekt „Sonsuz Sükran Köyü“ (Dorf der ewigen Dankbarkeit) in der Region Konya (www.sonsuzsukran.org).
Seit 2007 stellt sie regelmäßig in Gruppen- und Einzelausstellungen in der Region Antalya aus (Kulturhaus Fethiye 2008 / Kulturhaus Kaş 2007 – 2013 / Kaş Marina 2012 -2013). 2010 gestaltete sie die Unterwasserlandschaft „Deniz Kızları“ (“Töchter des Meeres”) für das „Delta Beach Resort“ in Bodrum.
Im August 2011 nahm sie an den „Anadoluy`ya Şükran Buluşmaları” (Begegnungen der Dankbarkeit für Anatolien) “ im „Sonsuz Şükran Köyü“ (Dorf der ewigen Dankbarkeit) teil und anschließend an einem Bildhauersymposium in der Stadt Çumra / Region Konya in der Türkei. Sie schuf dort die Skulptur eines hethitischen Amfore mit einer Größe von 2,10 Metern.

Seit 2011 sind einige ihrer Werke in der Wanderausstellung „Anadolu’ya Yolculuk“ in verschiedenen Regionen der Türkei (u.a. Konya, Trabzon, Mersin und Ordu) zu sehen und im März 2011 stellte sie in der Istanbuler Kunstgalerie „Beşiktaş Cağdas“ der Stadtverwaltung Istanbul/Besiktaş anlässlich einer Veranstaltung der Deutsch-Türkischen Stiftung für Bildung und wissenschaftliche Forschung (TAVAK) aus.

Im Jahr 2012 beriet Leyla Cansiz die türkische Baufirma “Özbaşyapı” in Bezug auf das Design ihrer bei Istanbuler Bauprojekte. 2013 erarbeitete Sie für die türkische Kinofilmproduktion „Aşk Ağlatır“ (“Liebe bringt Dich zum weinen”) das Storyboard.

Seit 2006 lebt und arbeitet die Künstlerin abwechselnd in Berlin, Münster, Istanbul und Antalya.